Beim Brand eines Bauernhofs im Freudenstädter Ortsteil Untermusbach wurde auch die Feuerwehr Baiersbronn alarmiert. Die Kameraden aus den Abteilungen Baiersbronn und Klosterreichenbach unterstützen mit Atemschutzgeräteträgern.
Mit zwei vollbesetzen Löschgruppenfahrzeugen besetzt rückten die beiden Abteilungen zu dem Anwesen unmittelbar am Segelflugplatz. Neben allen Abteilungen aus Freudenstadt waren auch die Feuerwehren aus Dornstetten und Horb am Neckar mit im Einsatz. Kurz nach 6:00 Uhr am Sonntagmorgen konnten die Einsatzkräfte aus Baiersbronn wieder nach rund 11 Stunden Einsatz abrücken.
Bericht des SWR zu dem Einsatz:
Brand auf Bauernhof in Freudenstadt - 2,5 Millionen Euro Schaden
Ein Bauernhof ist am Samstagabend in Untermusbach bei Freudenstadt abgebrannt. Flexarbeiten könnten laut Polizei das Feuer verursacht haben. Der Besitzer wurde leicht verletzt.
Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Freudenstädter Ortsteil Musbach ist am Samstag gegen 18 Uhr ein großes Feuer ausgebrochen. Der 56 Jahre alte Besitzer wurde laut Polizei beim Versuch, den Brand zu löschen, leicht verletzt. Zwei Ponys wurden aus einem Stall gerettet.
Feuer vermutlich durch Flexarbeiten ausgelöst
Vermutlich haben Flexarbeiten in einem Werkstattraum das Feuer verursacht. Bei Flexarbeiten entstehen immer Funken, teilte die Polizei dem SWR mit. Der Brand breitete sich schließlich vom Stall und der Lagerhalle auf das Wohnhaus aus. Durch das Feuer wurden die Nebengebäude mit landwirtschaftlichen Geräten komplett zerstört. Das Wohnhaus ist nun unbewohnbar. Nach ersten Schätzungen liegt der Schaden bei etwa 2,5 Millionen Euro.
Bagger bei Brandbekämpfung im Einsatz
Die Feuerwehren aus Freudenstadt, Horb und Baiersbronn sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) waren mit vielen Einsatzkräften vor Ort. Um Glutnester in der Lagerhalle zu bekämpfen, wurde ein Bagger eingesetzt, der Wände aufbrach. Die Nachlöscharbeiten dauerten die ganze Nacht an. Nun wird ein Sachverständiger die genaue Brandursache ermitteln, wie die Polizei dem SWR am Sonntag mitteilte.
Spendenaktion für betroffene Familie
Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder dankte auf Social Media der Feuerwehr für den stundenlangen Einsatz und auch den befreundeten Feuerwehren für die Unterstützung. Er und Landrat Andreas Junt hatten sich ein Bild vom Brandort gemacht. Für die betroffene Familie wurde eine Spendenkasse beim Stadtfest in Freudenstadt am Sonntag aufgestellt. Die Freudenstädter können auch online für die Familie spenden, schreibt Sonder auf seinem Instagram-Kanal.
Bericht aus dem Schwarzwälder vom 07.07.2026
Brand hält Wehr ganze Nacht in Atem
Ein Großbrand auf einem Bauernhof in Musbach forderte die Feuerwehr am Wochenende über viele Stunden. Mit welchen Herausforderungen die Einsatzkräfte zu kämpfen hatten.
Von Niklas Ortmann
FREUDENSTADT-MUSBACH. „Im Moment verlassen die letzten Kräfte die Einsatzstelle", berichtet Tom Anger, Kommandant der Feuerwehrabteilung Freudenstadt, um 11.15 Uhr am Sonntag. Schon seit etwa 17.45 Uhr am Samstag war die Feuerwehr im Einsatz, um einen Großbrand auf einem Bauernhof in Musbach zu löschen.
Laut Polizei besteht der Verdacht, dass der Brand durch Flexarbeiten in einem Werkstattraum ausgelöst wurde. Ein 56-Jähriger wurde beim Versuch, den Brand zu löschen, leicht verletzt.
Die Feuerwehr Freudenstadt rückte zunächst mit den Abteilungen Freudenstadt, Grüntal und Musbach aus; noch auf der Anfahrt wurden mit den Abteilungen Dietersweiler und Igelsberg aber weitere Kräfte hinzugezogen, wie Anger berichtet. Die schwarze Rauchwolke sei bereits vom Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet Wittlensweiler und sogar vom Ärztezentrum im Süden aus zu sehen gewesen.
Mit einem Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Dornstetten und einem Abrollbehälter Wasser der Feuerwehr Horb war weitere Unterstützung unterwegs, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Diese war laut Anger an der Einsatzstelle „nicht die beste" – dabei war der Wasserbedarf durch den Wind und die Trockenheit – im Gebäude lagerten viel Heu und Stroh – hoch.
Im weiteren Verlauf verlegte die Feuerwehr daher eine 700 Meter lange Schlauchleitung zum Stockerbach; daneben wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen zu den Hydranten im Bereich des Schinkenherstellers Wein eingerichtet.
Der Wind sorgte auch dafür, dass der Brand neben Stall und Lagerhalle auch das Wohnhaus erreichte. Laut Polizei konnten alle Bewohner das Gebäude rechtzeitig verlassen. Damit sich das Feuer nicht noch weiter ausbreitete, bewässerten örtliche Landwirte die umliegenden Wiesen. Die Fliegergruppe Freudenstadt brachte ihre Flugzeuge in Sicherheit – laut Anger eine reine Vorsichtsmaßnahme: „Da bestand keine Gefahr."
Auf dem Hof dauerte es hingegen lange, bis die Gefahr gebannt war. Nach etwa drei Stunden habe die Feuerwehr den Brand so weit unter Kontrolle gehabt, dass er sich nicht weiter ausbreitete. Doch damit war der Einsatz längst nicht beendet.
Das Gebäude musste mit zwei Baggern komplett aufgebrochen werden, um an das glimmende Heu und Stroh heranzukommen. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro.
Die Feuerwehrleute waren schichtweise die ganze Nacht über gefordert. Auch die Abteilungen Baiersbronn und Klosterreichenbach unterstützten bei den Löscharbeiten. Insgesamt waren laut Anger rund 150 Einsatzkräfte mit 25 Fahrzeugen vor Ort.
Die Einsatzleitung hatte Stadtbrandmeister Marc Bernhardt inne. Vor Ort waren neben dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Bernhard Müller auch Landrat Andreas Junt und Oberbürgermeister Adrian Sonder.
Abteilungskommandant Anger spricht von einem „personal- und materialintensiven Einsatz". Er bedankt sich bei den Nachbarwehren für die Unterstützung und bei der Bevölkerung, die unter anderem um 2 Uhr nachts rote Würste für die Einsatzkräfte bereitstellte. Auch das DRK sorgte für Verpflegung. Während die anderen Feuerwehren in Musbach gefordert waren, übernahm die Abteilung Kniebis den Grundschutz, stand also bereit, wenn es noch zu anderen Einsätzen – etwa auf dem Stadtfest – gekommen wäre.