In der Nacht auf den Dreikönigstag wurde die Feuerwehr Baiersbronn um 23:32 Uhr zu einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Klosterstraße im Ortsteil Klosterreichenbach alarmiert. Bereits auf der Anfahrt meldete die Leitstelle eine starke Rauchentwicklung, beim Eintreffen der ersten Kräfte schlugen Flammen aus den Fenstern der Erdgeschosswohnung und hatten auf die darüberliegenden Balkone übergegriffen.
Die Bewohner hatten das Gebäude zu diesem Zeitpunkt eigenständig verlassen, sodass sich die Einsatzleitung sofort auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnte. Unter Atemschutz gingen mehrere Trupps im Innenangriff in die betroffene Wohnung vor, parallel wurden die brennenden Fassaden‑ und Balkonbereiche von außen abgelöscht, um ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile zu verhindern. Durch das abgestimmte Vorgehen im Innen‑ und Außenangriff zeigte sich sehr schnell Wirkung: Bereits zehn Minuten nach dem Eintreffen des ersten Fahrzeugs konnte „Feuer aus“ gemeldet werden; die Nachlöscharbeiten und die Kontrolle auf Glutnester dauerten bis etwa 2:00 Uhr an.
Die winterlichen Rahmenbedingungen stellten die Kräfte vor besondere Herausforderungen. Der Einsatz fiel in eine ausgeprägte Kälteperiode; die Temperaturen sanken in der Einsatznacht auf zweistellige Minusgrade, mit Messwerten um minus zwölf Grad und gefühlten Werten bis in den Bereich von minus fünfzehn Grad. Löschwasser gefror auf Fahrbahn und Gehwegen nahezu augenblicklich, Gerätschaften setzten Eis an, und die Fortbewegung im unmittelbaren Arbeitsbereich war nur mit größter Vorsicht möglich. Zur schnellen Abstumpfung spiegelglatter Flächen wurde der Bauhof nachgefordert. Die Netze BW schaltete die Stromversorgung des Hauses ab, um die Arbeit der Trupps in der Brandwohnung und an der Fassade sicherzustellen. Diese spezifischen Witterungsaspekte und begleitenden Maßnahmen wurden sowohl vor Ort beobachtet als auch im Nachgang im Pressebericht aufgegriffen.
Während der Brandbekämpfung wurden die Gebäudeteile fortlaufend mit der Wärmebildkamera kontrolliert. Nach Ablöschen offener Flammen lag der Schwerpunkt auf dem Öffnen brandbetroffener Bereiche, dem gezielten Ablöschen verbliebener Glutnester und einer ausgedehnten Brandnachschau. Hierbei wurden besonders die Übergänge zwischen Fassade, Fensterlaibungen und Balkonkonstruktionen beachtet, um ein Wiederaufflammen sicher auszuschließen.
Die Wohnung im Erdgeschoss wurde durch Feuer und Rauch massiv beschädigt, Rußniederschläge und Wärmeeinwirkung betrafen jedoch das gesamte Gebäude mit seinen vier Wohneinheiten, weshalb das Haus zunächst unbewohnbar ist. Insgesamt 14 Bewohnerinnen und Bewohner wurden noch in der Nacht durch die Gemeinde anderweitig untergebracht; verletzt wurde niemand. Der Bürgermeister war an der Einsatzstelle und koordinierte die Unterbringung in Abstimmung mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Die Polizei schätzt den Sachschaden nach aktueller Lage auf etwa 500.000 Euro; die Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen, eine fahrlässige Brandstiftung kann nach derzeitigem Stand nicht ausgeschlossen werden.
Auf Seiten der Feuerwehr kamen Kräfte der Abteilungen Baiersbronn und Klosterreichenbach mit mehreren Löschfahrzeugen, Drehleiter, Einsatzleitwagen und Mannschaftstransportfahrzeugen zum Einsatz. Die Führungsgruppe unterstützte die Koordination, der Rettungsdienst stand zur Absicherung der Einsatzkräfte und zur Betreuung der Bewohner bereit, und die Polizei war für Absperrmaßnahmen sowie die ersten Ermittlungen zuständig. Nach Abschluss der Nachlöscharbeiten blieb eine Brandwache vor Ort, um die Lage zu überwachen und auf mögliche Temperaturanstiege in der betroffenen Bausubstanz reagieren zu können.
